Konkurrenzpreise überwachen: So beobachten Sie die Preise Ihrer Wettbewerber
Ein Angebot geht verloren, und erst später erfahren Sie, dass der Wettbewerber seine Preise zwei Wochen vorher gesenkt hat. Dieser Ratgeber zeigt vier Wege, Konkurrenzpreise zu überwachen, von der Excel-Tabelle bis zur Software. Zu jedem Weg sehen Sie Kosten und Zeitaufwand und wo er an seine Grenzen kommt.
Kurz gesagt: Notieren Sie die Seiten Ihrer Wettbewerber, die Sie beobachten wollen, und wählen Sie die Methode nach der Zahl der Preise. Eine Tabelle reicht für etwa 20 Preise, kostenlose Tools für wenige Seiten, ein eigener Scraper, wenn Sie einen Entwickler haben, und Preisüberwachung-Software für Sortimente ab 100 Produkten.
Preise eines Wettbewerbers jetzt prüfen
Fügen Sie eine Produktseite oder Preisseite ein. Kostenlos, ohne Anmeldung. Die Oberfläche ist derzeit auf Englisch.
Konkurrenzpreise überwachen: 4 Wege im Überblick
Entscheidend sind vor allem zwei Dinge: wie viele Preise Sie beobachten und wie schnell Sie von einer Änderung erfahren müssen.
| Methode | Geeignet für | Kosten | Ihr Aufwand | Aktualität |
|---|---|---|---|---|
| Manuell mit Excel oder Google Sheets | Bis etwa 20 Preise | Kostenlos | Hoch, jede Woche | So oft Sie prüfen |
| Kostenlose Tools und Preischecks | Einzelne Abfragen, wenige Seiten | Kostenlos | Gering | Auf Abruf oder stündlich |
| Selbst bauen (Scraping) | Teams mit Entwickler | Server, Proxys | Aufbau und laufende Pflege | So oft das Skript läuft |
| Preisüberwachung-Software | Sortimente ab 100 Produkten | Ab etwa 49–99 US-Dollar im Monat | Gering nach der Einrichtung | 1- bis 3-mal täglich oder öfter |
Welche Methode zu wie vielen Preisen passt
Eine grobe Orientierung, keine Messwerte. Die Skala zeigt die Zahl der beobachteten Preise.
Manuell: Preisbeobachtung mit Excel oder Google Sheets
Bei wenigen Wettbewerbern ist eine Tabelle einfach und kostenlos. Legen Sie pro Produkt oder Tarif eine Zeile an und Spalten für Wettbewerber, URL, Datum, Preis und eine Notiz (Aktion, Bundle, nicht lieferbar). Prüfen Sie immer am gleichen Wochentag, dann fallen Änderungen sofort auf.
Kann Google Sheets Preise automatisch abrufen?
Teilweise. Mit IMPORTXML(URL; XPath) holen Sie einen Wert von einer Webseite in eine Zelle. Das klappt bei einfachen Seiten, hat aber klare Grenzen:
- Die Formel liest das HTML, das der Server ausliefert. Lädt eine Seite ihre Preise per JavaScript nach, findet die Formel womöglich nichts.
- Ändert der Wettbewerber das Layout seiner Seite, bricht Ihr XPath, ohne dass Sie es merken.
- Sie meldet sich nicht, wenn sich ein Wert ändert. Nachsehen müssen Sie weiterhin selbst.
Als Faustregel: Ab einigen Dutzend Preisen, oder wenn Sie innerhalb eines Tages reagieren müssen, wird die Tabelle mühsam.
Kostenlose Tools und Preischecks
Einzelne Abfragen
Wenn Sie nur wissen wollen, was ein Wettbewerber heute verlangt, ist ein kostenloser Preischeck der schnellste Weg. Der PeekRival-Preischeck liest eine öffentliche Seite und zeigt die gefundenen Preise. Bei Onlineshops nutzt er die Produktdaten, die Shops für Google veröffentlichen (Name, Preis, Währung, Verfügbarkeit). Bei Preisseiten liest er die sichtbaren Preise und die Tarifnamen daneben.
Ein Beispiel vom 30. Oktober 2026: Die Preisseite von Linear lieferte zwei Tarife aus dem Seitentext.
- Basic$10pro Nutzer/Monat
- Business$16pro Nutzer/Monat
Die Grenzen: Er prüft eine Seite pro Abfrage, kann keine Preise lesen, die erst per JavaScript geladen werden, und manche großen Shops blockieren automatische Abrufe.
Gratis-Tarife von Monitoring-Tools
- Pricefy bietet einen kostenlosen Tarif mit 50 Produkten, 5 Wettbewerbern und einer Aktualisierung pro Tag.
- Visualping überwacht Webseiten auf Änderungen. Kostenlos sind 5 Seiten und 150 Prüfungen im Monat.
- PageCrawl überwacht ebenfalls Webseiten auf Änderungen, mit 6 Seiten und 220 Prüfungen im Monat gratis.
- changedetection.io ist Open Source und lässt sich auf einem eigenen Server betreiben.
Quellen: pricefy.io/pricing, visualping.io/pricing, pagecrawl.io/pricing, abgerufen am 30. Oktober 2026.
Selbst bauen: Scraping mit Python oder n8n
Mit einem Entwickler können Sie ein Skript schreiben, etwa in Python, oder ein Automatisierungstool wie n8n oder Apify nutzen, das Seiten regelmäßig abruft, Preise ausliest und speichert. So behalten Sie die volle Kontrolle und erfassen auch ungewöhnliche Seiten.
Planen Sie den versteckten Teil ein: Produkt-Matching (welches Konkurrenzprodukt entspricht Ihrem, etwa über die EAN), Seiten, die ihr Layout ändern, Websites, die Bots sperren, und Seiten, die einen echten Browser brauchen. Diese Arbeit fällt auch nach der ersten Version immer wieder an.
Preisüberwachung-Software
Spezialisierte Tools ordnen Ihren Produkten die passenden Konkurrenzprodukte zu, prüfen sie nach Zeitplan und zeigen den Verlauf. Einstiegspreise am 30. Oktober 2026 laut den Preisseiten der Anbieter (in US-Dollar):
- Prisync: ab 99 $ im Monat für 100 Produkte, unbegrenzt viele Wettbewerber, dreimal täglich aktualisiert. 14 Tage kostenlos testen.
- Pricefy: Gratis-Tarif, danach ab 49 $ im Monat für 100 Produkte.
- Price2Spy: keine Preise auf der Preisseite, 14 Tage kostenloser Test.
Quellen: prisync.com/pricing, pricefy.io/pricing, price2spy.com/pricing, abgerufen am 30. Oktober 2026.
Tarife und Limits der Tools finden Sie im Preisüberwachung-Software-Vergleich.
Preisseiten von Software- und B2B-Anbietern beobachten
Bei Software- und B2B-Preisen kommt es auf andere Dinge an als bei Shop-Produkten:
- Tarife statt Produkte. Beobachten Sie Preis, Leistungsumfang und Limits jedes Tarifs (Nutzer, Volumen, Funktionen). Wandert eine Funktion in einen teureren Tarif, ist das auch eine Preiserhöhung.
- Monatlich oder jährlich. Notieren Sie, ob der Preis monatlich oder jährlich abgerechnet wird.
- „Auf Anfrage“. Hat der größte Tarif keinen Preis, notieren Sie, seit wann das so ist, und achten Sie auf Hinweise in der Tarifbeschreibung.
- Rhythmus. Ändert sich die Preisseite eines Wettbewerbers selten, ist eine wöchentliche Prüfung ein guter Start. Wichtig ist, die Änderung nicht zu verpassen.
Was Sie neben dem Preis beobachten sollten
- Aktionspreis und regulärer Preis, und wie lange Aktionen laufen
- Versandkosten und die Grenze für kostenlosen Versand
- Verfügbarkeit: Ist ein Wettbewerber ausverkauft, ist das Ihre Chance
- Neue und eingestellte Produkte oder Tarife
- Staffelpreise und Mengenrabatte im B2B
- Unterschiedliche Preise je Land oder Währung
Ist Preisbeobachtung erlaubt?
Öffentlich sichtbare Preise anzusehen und zu vergleichen ist übliche Marktbeobachtung. Mit ein paar Regeln bleiben Sie auf der sicheren Seite: Beachten Sie die Nutzungsbedingungen und die robots.txt der Website, umgehen Sie keine Logins oder Sperren, halten Sie die Zahl der Abrufe niedrig, und sprechen Sie Preise niemals mit Wettbewerbern ab; das verbietet das Kartellrecht (§ 1 GWB). Der Bundesgerichtshof hat 2014 entschieden (I ZR 224/12), dass das automatische Auslesen öffentlich zugänglicher Website-Daten für sich genommen nicht unlauter ist, solange keine technische Schutzmaßnahme umgangen wird. Dies ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Wenn Sie in großem Umfang automatisiert Daten erheben, lassen Sie sich anwaltlich beraten.
Preisalarm bei Änderungen
Manuelles Prüfen funktioniert, bis man es vergisst. PeekRival schickt Ihnen eine E-Mail, wenn ein Wettbewerber einen Preis ändert, eine Aktion startet oder ein Produkt ausverkauft ist, mit Produkt, Betrag und Zeitpunkt. Preisalarme sind im Early Access: Prüfen Sie eine Seite, klicken Sie auf „Watch this price“, und wir melden uns, sobald Ihr Zugang bereit ist. Es fallen keine Kosten an.
Aktuelle Preise eines Wettbewerbers ansehen
Und dann entscheiden, ob Sie bei Änderungen benachrichtigt werden möchten.
Häufige Fragen
Wie kann ich die Preise der Konkurrenz kostenlos beobachten?
Bei wenigen Produkten reicht eine Tabelle. Für einzelne Abfragen gibt es kostenlose Preischecks, und die Gratis-Tarife von Pricefy (50 Produkte) oder Visualping (5 Seiten) decken kleine Setups ab.
Ist es erlaubt, Konkurrenzpreise automatisch auszulesen?
Öffentlich sichtbare Preise zu beobachten ist übliche Marktbeobachtung. Beachten Sie Nutzungsbedingungen und robots.txt, umgehen Sie keine Sperren und sprechen Sie keine Preise ab. Keine Rechtsberatung.
Wie oft sollte ich Wettbewerbspreise prüfen?
Richten Sie sich danach, wie oft Ihre Wettbewerber Preise ändern: bei selten geänderten Preisseiten wöchentlich, bei Shops mit häufigen Änderungen täglich oder öfter.
Excel oder Software: Ab wann lohnt sich ein Tool?
Als Faustregel: sobald Sie mehr als etwa 20 bis 50 Preise beobachten oder innerhalb eines Tages reagieren müssen. Einstiegstarife für Shops beginnen bei etwa 49 bis 99 US-Dollar im Monat.
Wie werde ich bei Preisänderungen benachrichtigt?
Mit einem Tool, das Seiten auf Änderungen prüft, oder mit Preisüberwachung-Software für ganze Sortimente. Preisalarme von PeekRival sind im Early Access.